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17.05.2012

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Ausland
Costa-Concordia
"Costa Concordia": Taucher beenden Suche im Schiff
Havarie der "Costa Concordia" vor Italien

Taucher beenden Suche im Schiff

Die Suche nach weiteren Opfern im Wrack der havarierten "Costa Concordia" vor der italienischen Küste ist eingestellt worden. Das gab der Chef des italienischen Zivilschutzes, Franco Gabrielli, bekannt.

Die Sicherheitsbedingungen im Inneren des Wracks seien "nicht mehr annehmbar", sagte ein Feuerwehrsprecher. Aus Sorge um die Sicherheit der Taucher würden die Suchaktionen im unter Wasser liegenden Teil des havarierten Kreuzfahrtschiffes eingestellt. Schon in den letzten Tagen konnten die Taucher wegen schlechten Wetters nicht mehr im Wrack arbeiten. Der Zivilschutz informierte die betroffenen Familien und Botschaften über die Entscheidung.

Die Suche nach Vermissten im über Wasser liegenden Teil des Wracks und in der Gegend um das Schiff soll aber fortgesetzt werden. Mit Spezialgerät wird nach möglichen Todesopfern auf dem Meeresgrund in einem 18 Quadratkilometer großen Gebiet um die "Costa Concordia" gesucht.

Die Entscheidung zur Einstellung der Sucharbeiten der Taucher traf der technische Leiter der Aktion und Feuerwehrchef der Stadt Grosseto, Ennio Aquilino, in Absprache mit weiteren Verantwortlichen. Demnach lagen Informationen über eine Verformung des Schiffsrumpfes an den Stellen vor, an denen die Helfer Löcher gesprengt hatten, um in das Innere des Wracks zu gelangen. Befürchtet wurde unter anderem, dass die Taucher nicht mehr aus dem Wrack herauskommen könnten.

costa concordia (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Das Wrack der "Costa Concordia" vor der italienischen Küste. ]

Bergung des Schiffes könnte ein Jahr dauern

In den vergangenen Tagen hatten die Taucher ihre Suche wegen hohen Wellengangs und kleiner Bewegungen des Schiffs immer wieder unterbrechen müssen. Die Arbeit im Inneren des Wracks war ohnehin extrem schwierig, weil beispielsweise herumschwimmende Möbel die Taucher behinderten und trübes Wasser ihre Sicht einschränkte. Es war bereits klar, dass viele Bereiche des Schiffes zu unsicher sind, als dass die Taucher dorthin vordringen könnten. Dies betrifft das erste und das zweite Deck, wo sich viele Kabinen befinden. Zudem war jeder Tauchgang auf 50 Minuten begrenzt, tief ins Innere des Wracks konnten die Taucher daher nicht vordringen.

Die noch im Schiff vermuteten Opfer können voraussichtlich erst nach dem Aufrichten oder Aufschneiden des Schiffes geborgen werden. Dazu ist jedoch das Abpumpen des Treibstoffes notwendig, womit bislang wegen des schlechten Wetters nicht begonnen werden konnte. An Bord des Schiffs befinden sich rund 2400 Tonnen Treibstoff. Gabrielli hatte am Wochenende gesagt, die Bergung der "Costa Concordia" könne bis zu einem Jahr dauern. Es dauere allein zwei Monate, bis geklärt sei, wie und durch wen das Wrack beseitigt werden soll. Das Entfernen des Wracks selbst werden zwischen sieben und zehn Monaten dauern.

Sechs Deutsche identifiziert

Inzwischen wurde ein sechstes deutsches Todesopfer identifiziert. Es handele sich um eine 66-jährige Frau aus dem Landkreis Biberach, teilte die Polizei mit. Damit gelten nach Angaben des Auswärtigen Amtes noch sechs Deutsche als vermisst. Am Samstag war die fünfte deutsche Leiche identifiziert worden. Das Opfer stammt laut Landeskriminalamt aus dem Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Offenbar handelt es sich dabei um eine 71-Jährige aus dem Raum Nürtingen.

Die "Costa Concordia" war am Abend des 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der toskanischen Insel Giglio havariert. Nach Angaben des Leiters des italienischen Krisenstabs, Franco Gabrielli, ist mit insgesamt 32 Toten zu rechnen - 17 Opfer wurden gefunden. 15 Menschen werden noch vermisst.

Der Chef der Costa Reederei, Pierluigi Foschi bestätigte in einer Senatsanhörung, dass seine Gesellschaft das Schiff abschreibt, dass auch die Versicherung bereit sei, die Costa Concordia als Totalverlust zu deklarieren.

Audio: Helfer stellen Suche nach Vermissten auf "Costa Concordia" ein

AudioStefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom 31.01.2012 15:09 | 1'13
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Stand: 31.01.2012 15:56 Uhr
 

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