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Beim Einschlag einer israelischen Granate im Gaza-Streifen sind eine Mutter und ihre vier Kinder ums Leben gekommen. Der palästinensische Regierungschef Fajad sprach von einer "barbarischen Aktion". Israel bestritt den Beschuss von Wohnhäusern.
Von Clemens Verenkotte, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv
[Bildunterschrift: Bei israelischen Angriffen auf den Gaza-Streifen kommen immer wieder auch Kinder ums Leben. ]
Offensichtlich verzweifelt stehen Nachbarn und Familienangehörige vor dem einstöckigen Wohnhaus, in das eine israelische Panzergranate am Morgen eingeschlagen ist. Blutige Kleidungsstücke sowie ein Kinderhochstuhl liegen im Innenhof. "Wir saßen hier, eine Familie saß zusammen und frühstückte hier - und jetzt sind wir hier und sammeln deren Körperteile auf", sagt Abu Mohammad Muaatak, ein Familienmitglied und Augenzeuge.
Nach Angaben palästinensischer Rettungssanitäter starben bei dem Granateneinschlag vier Geschwister - zwei Mädchen im Alter von drei und sechs Jahren sowie zwei Jungen im Alter von vier Jahren und 15 Monaten. Die Mutter der Kinder habe schwer verletzt geborgen werden können und sei kurz darauf gestorben. Ein 15-jähriger Junge, der sich auf dem morgendlichen Schulweg befunden habe, sei ebenfalls getötet worden. Weitere zehn Menschen wurden in das Krankenhaus von Beit Hanon eingeliefert.
[Bildunterschrift: Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad spricht von "barbarischen Aktionen" Israels. ]
Eine Sprecherin der israelischen Streitkräfte bestätigte, dass Armeeeinheiten in Beit Hanon präsent gewesen seien. Die Luftwaffe und eine Panzereinheit hätten auf eine Gruppe von bewaffneten Palästinensern geschossen, die sich den Soldaten genähert hätten. Häuser seien nicht ins Visier genommen worden, so die Armeesprecherin. 400 Meter vom Haus der Familie Muaatak entfernt erschossen die israelischen Streitkräfte ein Mitglied des Islamischen Dschihads. Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad erklärte in Ramallah im Westjordanland: "Wir verurteilen die barbarischen Aktionen gegen das Recht unseres Volkes im Gaza-Streifen."
Unterdessen verschlechterte sich die ohnehin angespannte Versorgungslage der Bevölkerung im Gaza-Streifen. Die drastische Verknappung von Kochgas hat nach einem Bericht der israelischen Tageszeitung Ha'aretz bereits gestern dazu geführt, dass zahlreiche Bäckereien außerhalb von Gaza-Stadt ihren Betrieb einstellen mussten. Sollte die Belieferung mit Kochgas vollkommen ausgesetzt werden, würden alle Brotläden im Gaza-Streifen Ende dieser Woche schließen müssen. Für den privaten Verbrauch sei Kochgas ohnehin nicht mehr erhältlich.
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