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17.05.2012

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Ausland
Mehrere Tote bei Präsidentschaftswahl im Jemen
Erste Abstimmung nach Abgang von Saleh

Mehrere Tote bei Präsidentschaftswahl im Jemen

Überschattet von Gewalt im Süden und einem Boykott schiitischer Rebellen im Norden haben die Menschen im Jemen einen neuen Präsidenten gewählt. Zur Wahl stand nur ein Kandidat: Abd Rabbo Mansur Hadi, bisherige Stellvertreter des von Protesten aus dem Amt gezwungenen langjährigen Staatschefs Ali Abdallah Saleh. Das Ergebnis wird bis Donnerstag erwartet.

Trotz eines massiven Sicherheitsaufgebots griffen bewaffnete Aufständische in Aden, der ehemaligen Hauptstadt des bis 1990 unabhängigen Südens, mehrere Wahllokale an. Mindestens zehn Menschen starben. An einigen Orten blockierten Aktivisten die Straßen mit Steinen und brennenden Reifen.

Laut einem Behördenvertreter musste die Hälfte der 20 Wahlbüros vorzeitig geschlossen werden. In anderen, von mutmaßlichen Al-Kaida-Anhängern kontrollierten Orten wie etwa Sindschibar blieben viele Wähler aus Angst vor Gewalt den Urnen fern.

Im Gegensatz zum Süden zeichnete sich im Norden eine rege Wahlbeteiligung ab. Schon vor Wahlbeginn bildeten sich in der Hauptstadt Sanaa lange Schlangen vor den Wahllokalen. Auch aus den anderen Städten des Nordens wurde von einer lebhaften Wahlbeteiligung berichtet. Lediglich in den schiitischen Hochburgen blieben die Wahllokale leer oder geschlossen. Dort hatten die Rebellen, die seit 2004 gegen Saleh kämpften, zum Boykott aufgerufen.

Wahl im Jemen (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Sie hat gewählt: Nobelpreisträgerin Karman nach der Stimmabagbe. ]
Friedensnobelpreisträgerin Tawakkol Karman sprach von einem "Festtag": Er bedeute das endgültige Ende der 33-jährigen Herrschaft Salehs, sagte die Journalistin bei ihrer Stimmabgabe der Nachrichtenagentur AFP. Den künftigen Präsidenten Hadi forderte sie auf, sich um die Belange der Jugend zu kümmern, sonst drohe ihm ein ähnliches Schicksal wie seinem Vorgänger. Hadi sprach von einem "historischen Tag". Die USA bezeichneten den Urnengang als "ermutigend".

Nach monatelangen Protesten mit hunderten Toten hatte Saleh im November ein Abkommen zum Machtverzicht unterzeichnet, das ihm im Gegenzug Immunität zusicherte. Als einzigen Kandidaten für seine Nachfolge sah das Abkommen seinen bisherigen Vize vor. Der 66-jährige Karrieresoldat aus dem Süden soll für eine Übergangszeit von zwei Jahren im Amt bleiben.

Stand: 22.02.2012 05:24 Uhr
 

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