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Proteste in Libanon, Beirut

Nach Attentat auf Geheimdienstchef

Schwere Ausschreitungen im Libanon

Im Libanon ist es auch in der Nacht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Augenzeugen sprachen von Feuergefechten an verschiedenen Stellen der Hauptstadt Beirut. Auch in Tripoli im Norden des Landes kam es zu heftigen Kämpfen. Noch ist unklar, wie viele Menschen verletzt oder getötet wurden.

Bereits am Wochenende hatte es in Beirut schwere Ausschreitungen gegeben. Auslöser war die Trauerfeier für den getöteten Chef des Polizei-Geheimdienstes, Wissam al Hassan. Hunderte Demonstranten versuchten, den Amtssitz von Ministerpräsident Nadschib Mikati zu stürmen. Die Polizei setzte Tränengas ein und gab Warnschüsse ab. Der Geheimdienstchef war am Freitag bei der Explosion einer Autobombe getötet worden, mehrere weitere Menschen starben, Dutzende wurden verletzt.

Steckt das Assad-Regime hinter dem Anschlag?

Ausschreitungen in Beirut
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Wütende Demonstranten auf den Straßen von Beirut

Bekannt hat sich zu dem Attentat niemand. Viele Libanesen vermuten jedoch, dass das Nachbarland Syrien hinter dem Anschlag steckt und werfen ihrem eigenen Ministerpräsidenten vor, die Verantwortlichen zu decken. Al Hassan hatte gegen den früheren Informationsminister Michel Samaha ermittelt, der als engster Verbündeter des Assad-Regimes im Libanon gilt. Samaha war am 9. August verhaftet worden und wurde wegen der Planung von Terroranschlägen angeklagt. Er soll mittlerweile zugegeben haben, Sprengstoff von Syrien über die Grenze in den Libanon transportiert zu haben.

Al Hassan wurde im Mausoleum des früheren Regierungschefs Rafik Hariri beigesetzt. Hariri war 2005 bei einem Anschlag getötet worden, für den die Opposition ebenfalls Syrien verantwortlich machte. Nach Massenprotesten wegen des Mordes war Damaskus damals nach Jahrzehnten zum Abzug seiner Truppen aus dem Libanon gezwungen.

Die Trauerfeier für den ermordeten Geheimdienstchef Wissam al Hassan in Beirut
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Tausende kamen zur Trauerfeier für den ermordeten Geheimdienstchef Wissam al Hassan.

Mit der Kundgebung am Sonntag wollten die Oppositionsführer Saad Hariri und Walid Dschumblatt diesen Erfolg wiederholen. Teilnehmer forderten die Schließung der syrischen Botschaft, den Rücktritt der Regierung und die Entwaffnung der Hisbollah. Damit wird der Bürgerkrieg in Syrien nun auch für den benachbarten Libanon zu einer Zerreißprobe. Libanon ist in Bezug auf die Haltung zum Assad-Regime tief gespalten. Derzeit ist in Beirut ein pro-syrisches Bündnis an der Macht - dominiert von der schiitischen Hisbollah. Die Anhänger der anti-syrischen Zukunftsbewegung wollen die Regierung zum Rückzug zwingen.

"Syrischer Bürgerkrieg darf nicht auf Libanon übergreifen"

US-Außenministerin Hillary Clinton sicherte Ministerpräsident Mikati die Hilfe der USA bei der Aufklärung des Bombenattentats zu. In einem Telefonat seien Clinton und Mikati überein gekommen, "dass die USA bei den Ermittlungen Unterstützung leisten", sagte Außenamt-Sprecherin Victoria Nuland. Auch Deutschland zeigte sich besorgt. "Es muss alles getan werden, damit der syrische Bürgerkrieg nicht auf den Libanon übergreift", erklärte ein Außenamtssprecher in Berlin. Der französische Außenminister Laurent Fabius zeigte sich nach Angaben des Senders Europe 1 überzeugt, dass Syriens Führung versuche, den Konflikt in die Nachbarländer zu tragen, in die Türkei und den Libanon.

Demonstranten kritisieren zu enge Beziehung ihrer Regierung zu Syrien
tagesschau 20:00 Uhr, 21.10.2012, Thomas Stephan, ARD Kairo

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Stand: 22.10.2012 08:48 Uhr

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