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17.05.2012

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Ausland
Spanien: Auswirkungen der Sparpolitik
Auswirkungen der Eurokrise in Spanien

Sparen macht das Leben teurer

Die neue spanische Regierung macht da weiter, wo die alte aufgehört hat: Steuern werden erhöht, Löhne gekürzt. Dass die Leute weniger Geld haben, ist auch im Alltag immer mehr zu spüren.

Von Reinhard Spiegelhauer, ARD-Hörfunkstudio Madrid

Es ist nicht so, dass nicht schon die alte Regierung an den Geldbeutel der Spanier gegangen wäre: Sie hat die Mehrwertsteuer heraufgesetzt und zusätzlich die Löhne im öffentlichen Dienst gekürzt. Die neue hat ziemlich nahtlos weiter gemacht und zum Beispiel die Einkommensteuer erhöht. Viele glauben, dass die Regierung auch die Mehrwertsteuer nochmal anheben will, wenn Ende März die Regionalwahlen in Andalusien gelaufen sind.

Der Krankenpfleger Joan Ángel aus Madrid hofft aber noch, dass es nicht so weit kommt. "Sie haben alles Mögliche angehoben, ich denke, dass sie nicht alles antasten und ich hoffe, dass sie das mit der Mehrwertsteuer sein lassen. Sie haben schließlich schon die Einkommensteuer und alles Mögliche angehoben", so Ángel.

Weniger Geld in der Tasche

Aber auch wenn das alles schmerzt, Ángel glaubt, dass es richtig ist, wenn die Regierung Sparmaßnahmen durchsetzt. "Natürlich sind die Maßnahmen und all die Kürzungen hart, aber irgendwo muss man anfangen. Was vorher versäumt worden ist, muss jetzt eben auf einen Schlag geregelt werden, so sieht es einfach aus."

Dass das Leben teurer geworden ist und die Leute zugleich weniger Geld in der Tasche haben, merkt man inzwischen auch im Alltag. Früher musste man am Wochenende vor den großen Einkaufszentren mindestens eine Viertelstunde lang einen Parkplatz suchen - heute reichen meist ein paar Minuten. Und junge Leute, die bei roter Ampel vor den wartenden Autos jonglieren, um ihr Budget aufzubessern, die gab es zwar früher schon, aber es sind mehr geworden.

Keine Perspektive für Jugendliche?

Spanische Euro-Münze (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Das Leben wird teurer in Spanien, gleichzeitig haben die Menschen immer weniger Geldl zur Verfügung. ]
Die Lage wird sich auch nicht so schnell bessern, fürchtet Joan Ángel. "Das ist eine ziemlich üble Geschichte. Ich habe zum Glück Arbeit, aber es gibt viel Arbeitslosigkeit, selbst unter denen, die gut ausgebildet von der Uni kommen. In nächster Zukunft wird Spanien für Jugendliche ein Land sein, aus dem man fort muss. Alternativen suchen und später zurückkehren. Es ist im Prinzip die Rückkehr zum Modell der 60er-und 70er-Jahre", fürchtet der Krankenpfleger.

Aber auch im Ausland haben nicht alle Erfolg: Da gibt es das Sprachproblem und bürokratische Barrieren - nicht wenige kommen schon nach kurzer Zeit wieder entnervt zurück. Und Joan Ángel hat immerhin die Hoffnung, dass die neue Regierung Spanien eher wieder in die Spur bringt, als die alte: "Ich denke schon, dass es besser laufen könnte als vorher. Sie sparen - und besonders was die Wirtschaft angeht, sind sie irgendwie professioneller und werden besser mit der Lage umgehen, denke ich."

Stand: 31.01.2012 11:14 Uhr
 

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