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Spitzentreffen nach Organspende-Skandal

Wirksame Kontrolle ist das Ziel

Daniel Bahr
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Gesundheitsminister Bahr hat zum Spitzentreffen nach Berlin geladen.

Die Liste der Vorschläge für Konsequenzen aus dem Skandal um die manipulierte Vergabe von Spenderorganen an den Universitätskliniken Göttingen und Regensburg ist lang. Wenn heute Politiker, Ärzte und andere Akteure des Organspendesystems auf Einladung von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr in Berlin zusammenkommen, wird es vor allem um wirksamere Kontrollen gehen.

"Wir brauchen ein Mehr-Augen-Prinzip"

Bahr selbst hatte im Vorfeld des Spitzengesprächs erklärt, er wolle künftig Organspenden von Sonderkontrolleuren in den Kliniken überwachen lassen. Die Kontrolleure sollten unmittelbar der Klinikleitung unterstellt sein. "Wir brauchen ein Mehr-Augen-Prinzip bei der Vergabe von Spenderorganen, damit noch eine unabhängige Person, die nicht Teil der Abläufe der Transplantation ist, alles prüft", so Bahr. Außerdem sprach er sich dafür aus, das Personal in den Prüfkommissionen aufzustocken.

Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, der saarländische Gesundheitsminister Andreas Storm, plädierte für eine stärkere Kontrolle der Transplantationszentren. Gegenüber der "Welt" forderte er dabei mehr Kompetenzen für die Länder. Denkbar sei auch eine externe Überprüfung der Transplantationszentren durch die Prüfungskommission mit Unterstützung des jeweiligen Landes. Außerdem müsse man überlegen, die Vergütung der Ärzte von der Zahl der Transplantationen zu trennen.

Unregelmäßigkeiten offenbar selten

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank-Ulrich Montgomery, will bei Manipulationsverdacht Ärzten das Transplantieren bis zur Klärung der Vorwürfe verbieten dürfen. "Wir müssen auch in die Lage versetzt werden, bei Auffälligkeiten ein Transplantationszentrum mal kurzfristig vom Netz zu nehmen", sagte Montgomery im Deutschlandfunk.

Spitzenrunde zur Organspende im Bundesgesundheitsministerium
S. Ueberbach, ARD Berlin
27.08.2012 13:01 Uhr

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Die bekannt gewordenen Manipulationen bei Organspenden hält der Ärztepräsident für Einzelfälle. Bei der Analyse von 50.000 Fällen in den vergangenen zehn Jahren seien 119 Auffälligkeiten und 20 Verstöße gegen die Richtlinien der Verteilung gefunden worden. "Da kann man weder von Mafia noch von großflächigem kriminellem Verhalten sprechen." Schwerwiegendes kriminelles Verhalten eines Einzelnen habe es nur in einem Fall gegeben.

Spitzentreffen berät in Berlin über Konsequenzen aus Organspende-Skandal
tagesschau 14:00 Uhr, 27.08.2012, Andrea Zückert, ARD Berlin

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Patientenschützer fordern eine grundlegende Reform des Transplantationssystems. Das Spende- und Verteilungssystem in Deutschland müsse in staatliche Hände gelegt werden, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, der "Berliner Zeitung". Die Ethikkommission der Deutschen Transplantationsgesellschaft verlangte zudem mehr Aufklärung für die Patienten. Der Kommissionsvorsitzende Richard Viebahn sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Welches Organ an welchen Patienten vergeben wird, hängt von so vielen Faktoren ab, dass viele die Prozesse nicht nachvollziehen können."

Stand: 27.08.2012 10:26 Uhr

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