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Was muss man sich eigentlich unter der "Schweinegrippe" genau vorstellen? Hier gibt es Antworten auf einige der drängendsten Fragen.
Erstmal eine ganz normale Atemwegserkrankung. Bei Schweinen ist die Influenza genauso üblich wie beim Menschen: Ansteckungen sind häufig, Todesfälle relativ selten. Bei dem jetzt aufgetretenen neuen Virustyp handelt es sich um eine Variante der klassischen Schweinegrippe.
[Bildunterschrift: Der A/H1N1-Virus überträgt sich anders als der Vogelgrippen-Erreger H5N1 von Mensch zu Mensch. ]
Wie alle Grippeviren ändert sich auch das Schweine-Virus ständig. Sind Schweine gleichzeitig mit Schweine-, Vogel- und Menschenviren infiziert, können sich die Gene in ihrem Körper austauschen. So kann ein neuer Virustyp entstehen, der tierische und menschliche Virusgene in sich vereinigt. Das ist in diesem Fall offenbar geschehen.
Mit H und N werden die beiden Eiweiße der Virushülle - Hämagglutinin und Neuraminidase - abgekürzt. Insgesamt gibt es 16 Hämagglutinin- und 9 Neuraminidase-Subtypen in verschiedenen Kombinationen. Die Viren vom Subtyp A/H1N1 wurden erstmalig im Jahr 1930 isoliert.
Der neue Virus-Typ überträgt sich von Mensch zu Mensch und löst so eine Infektion aus. Dies geschieht auf gleiche Weise wie die gewöhnliche Grippe-Infektion, also vorwiegend über Tröpfcheninfektion, zum Beispiel beim Husten oder Niesen. Bei der klassischen Schweineinfluenza hingegen handelt es sich um eine Tierseuche, bei der es einzelne Erkrankungsfälle bei Menschen gibt, die direkten Kontakt zu Schweinen hatten.
Nein. Laut US-Seuchenschutz wird die Schweinegrippe nicht durch Lebensmittel übertragen. Wer ganz sicher gehen will, kann Schweinefleisch auf mehr als 72 Grad Celsius erhitzen - dann wird das Virus abgetötet.
[Bildunterschrift: ]
Bisher ist noch kein wirksamer Impfstoff bekannt, normaler Grippeschutz wirkt jedenfalls nicht. Die WHO und die US-Behörde für Seuchenkontrolle haben Proben des A/H1N1-Virus' isoliert, um sie zur Entwicklung eines Impfstoffs an industrielle Produzenten weiterzugeben.
Die Symptome sind ähnlich einer normalen Grippe: Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Husten. Manche Patienten leiden zudem unter Schnupfen, Halsschmerzen, Übelkeit. Der einhergehende Durchfall und die Übelkeit können stärker ausgeprägt sein als bei sonstigen Grippeinfektionen.
Die genaue Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Grippe, ist laut RKI noch nicht genau bekannt. Aber Experten rechnen damit, dass sich der Zeitraum zwischen einem und drei Tagen erstrecken kann.
Es ist wichtig zu wissen, dass ein Infizierter bereits während der Inkubationszeit Viren ausscheidet - und so bereits andere Menschen anstecken kann, bevor er selbst erkrankt. Die Virenausscheidung erfolgt in einem Zeitraum bis zu sieben Tage. Ein Infizierter ist also rund eine Woche ansteckend.
[Bildunterschrift: Bundesländer halten vorsorglich millionenfach den Wirkstoff Oseltamivir bereit, mit dem die Ausbreitung der Viren eindämmt werden kann. ]
Die Grippemittel Tamiflu und Relenza wirken nach den bisherigen Erkenntnissen auch gegen die Schweinegrippe. Voraussetzung ist aber, dass das Medikament spätestens 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome eingenommen wird. Beide Mittel sind verschreibungspflichtig und dürfen nur unter ärztlicher Kontrolle genommen werden.
Bislang gibt es keine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Allerdings rät das Ministerium dringend von "nicht unbedingt erforderlichen Reisen nach Mexiko" ab. Reisenden wird empfohlen, die Medienberichterstattung zu verfolgen und vor Ort gewisse Hygienemaßnahmen (insbesondere häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife) zu beachten. Auch die Vermeidung von Menschenansammlungen könne das Infektionsrisiko senken.
Aktuelle Informationen bietet das Robert Koch Institut im Internet unter rki.de und unter der Telefonnummer 030-1875 44 161 (montags bis donnerstags von 08.00 bis 18.00 Uhr).
Das Bundesgesundheitsministerium hat unter der Nummer 0800/4400550 eine kostenlose Hotline geschaltet.
Unter auswaertiges-amt.de finden sich Reisewarnungen und Sicherheitshinweise.
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