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Noch eine Reihe von Details sind vor dem Treffen der Finanzminister der Eurogruppe offenbar noch ungeklärt. Dennoch rechnet Finanzminister Schäuble mit einer Einigung auf ein zweites Griechenland-Rettungspaket. Die Atmosphäre ist allerdings eher schwierig.
Von Sabine Henkel, WDR-Hörfunkstudio Brüssel
Man muss den Chef der Eurogruppe nicht immer ernst nehmen. Nach dem letzten Treffen der Finanzminister hatte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker behauptet: "Die Atmosphäre war exzellent."
Zehn Tage und unzählige Telefonate später ist die Atmosphäre ganz sicher nicht mehr exzellent: Zwischen Berlin und Athen flogen in der Zwischenzeit die verbalen Fetzen. Ausschlaggebend war ein Satz von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der eigentlich nur mal auf den Punkt bringen wollte, worum es im zweiten Rettungspaket geht. "Es geht darum: Griechenland braucht im März erhebliche Milliardenbeträge, um eine fällige Anleihe zu bedienen. Dazu braucht Griechenland eine Auszahlung von den Euroländern. Und die können wir nur verantworten, wenn sichergestellt ist, dass das Fass einen Boden hat."
Das mit dem Fass und dem Boden brachte den griechischen Präsidenten auf die Palme: "Wer ist denn Schäuble?", konterte Karolos Papoulias. Die Stimmung ist seitdem vergiftet. Man traut sich nicht mehr in der Eurozone. Das Bild mit dem Fass ohne Boden besagt schlicht: Die Griechen könnten die Kredite versickern lassen, ihre Versprechen nicht einhalten. Misstrauen hat sich breit gemacht.
Obwohl Griechenland sich bemühte, alle Vorgaben umzusetzen. Das Parlament stimmte dem Sparpaket zu, die Regierung erklärte, wie sie weitere 325 Millionen Euro einsparen will und die Koalitionspartner verpflichteten sich, auch nach der Wahl mit dem Sparen weiterzumachen. Das hatte die Eurogruppe um Juncker genauso verlangt. "Diese drei Elemente müssen in Ordnung sein, bevor wir Entscheidungen treffen", betonte er.
Erst also die drei Vorgaben umsetzen, dann kann die Gruppe entscheiden. So weit, so gut. Es steht aber noch mehr zur Entscheidung an heute Abend. Auch dabei geht es um Misstrauen. Die Finanzminister wollen sicher stellen, dass die Griechen ihre Schulden auch zurückzahlen. Daher soll ein Sperrkonto her, auf das die Griechen einzahlen, aber von dem sie nichts abheben können.
Entschieden sei das noch nicht, meint die österreichische Finanzministerin Maria Fekter. Derzeit diskutiere dies die Troika. Viele Alternativen gibt es aber offenbar nicht. "Ich glaube nicht, dass es eine Mehrheit dafür gibt, einen anderen Weg einzuschlagen", sagte Fekter. "Denn auch ein anderer Weg ist enorm mühsam und kostet sehr viel Geld." Der andere Weg wäre der in die Pleite. Das wird aber offenbar mehrheitlich als zu teuer und zu riskant bewertet. Also wird es wohl frisches Geld für Griechenland geben - 130 Millarden Euro in einem Gesamtpaket.
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