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Erleichterung allenthalben: Nach tagelangen Diskussionen hat der Chef der verstaatlichten Royal Bank of Scotland, Hester, den Verzicht auf seinen Bonus von einer Million Pfund erklärt. Der britische Arbeitsminister Duncan Smith sieht das als Beweis für das Ende der übertriebenen Boni.
Von Sebastian Hesse, MDR-Hörfunkkorrespondent, London
Es sei eine vernünftige und richtige Entscheidung, merkte der britische Finanzminister George Osborne an. Und so sieht es auch Arbeitsminister Iain Duncan Smith: "Stephen Hester sollte sich auf seinen wichtigen Job konzentrieren, dem Steuerzahler die Milliarden wiederzubeschaffen, die dieser zur Rettung der Royal Bank of Scotland ausgeben musste."
29 Milliarden Pfund an staatlichen Hilfen hatte die RBS zwischen 2008 und 2010 erhalten, nachdem sich die Bank verspekuliert hatte und zu kollabieren drohte. Heute befindet sich die RBS zu 83 Prozent in Staatsbesitz. Entsprechend war die Bonuszahlung von Anfang an ein Politikum und auch dem konservativen Partei-Establishment ein Dorn im Auge.
[Bildunterschrift: Arbeitsminister Duncan Smith hält Hesters Schritt für richtig und vernünftig. ]
"Die exzessive Bonus-Kultur zurückliegender Jahre gibt es nicht mehr", betont Duncan Smith, "und wenn nötig, greifen wir da auch noch weiter ein." Rund eine Million Pfund sollte der 51-jährige Hester erhalten - die Hälfte der Sonderprämie, die er vergangenes Jahr kassierte. Doch dieses Jahr war der Aufschrei der Empörung groß: RBS hatte einen weiteren, drastischen Stellenabbau von 3500 Arbeitsplätzen angekündigt. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Bank, Hampton, hatte bereits auf seinen Bonus verzichtet.
Die Zahlung an Hester beschäftigte zuletzt sogar Regierungschef David Cameron: "Die letzte Regierung hat Hester eingesetzt, um die RBS zu sanieren. Eine Bank, die selbstverschuldet in die Krise geraten ist. Bevor hier spürbare Erfolge nachgewiesen werden können, sollten sich die Bonus-Zahlungen in Grenzen halten." Das hatte Hester jedoch bis zuletzt anders gesehen und auf die branchenüblichen Sondervergütungen verwiesen.
[Bildunterschrift: Absolvierte Philosophie-, Politik- und Wirtschafts-Studium: RBS-Chef Hester ]
Nach einem Philosophie-, Politik- und Wirtschafts-Studium in Oxford war Hester übergangslos in die Finanzwelt eingetreten, zunächst als Manager der Schweizer Bank Credit Suisse. Es folgten Jobs beim Kredithaus Abbey National und dem Unternehmen British Land. 2008 dann, im Zuge der Finanzkrise, bekam Hester den Spitzenjob bei der RBS - mit der ausdrücklichen Maßgabe, die Kreditanstalt zu sanieren und, wenn möglich, die Steuerzahler-Milliarden zurückzuzahlen.
Hester sieht sich zu Recht als nicht verantwortlich für die RBS-Misere und beanspruchte deshalb Erfolgsvergütungen. Jetzt musste er erleben, dass bei verstaatlichten Banken andere Maßstäbe gelten als bei unbelasteten, privatwirtschaftlichen Kredithäusern, selbst im Bankenparadies Großbritannien.
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