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Eine Medaille mit dem Konterfei von Alfred Nobel

Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften

Auszeichnung für US-Forscher Shapley und Roth

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft wird in diesem Jahr an die US-Amerikaner Lloyd S. Shapley und Alvin E. Roth verliehen. Sie bekommen den Preis für ihre Auseinandersetzung mit einem "zentralen wirtschaftlichen Problem: verschiedene Akteure auf bestmögliche Weise zusammenzubringen", erklärte die Jury in Stockholm.

Das Thema der Arbeiten von Roth und Shapley heißt im Fachjargon "stabile Allokationen". Die Ergebnisse könnten etwa dazu genutzt werden, den besten Organ-Spender für einen Transplantationspatienten zu finden, der ein neues Organ brauche. Weitere Beispiele seien Studenten auf der Suche nach der optimalen Universität oder Suchmaschinen, die Firmen den bestmöglichen Platz für ihre Werbeanzeige im Internet zuordnen.

Clas Oliver Richter (ARD Stockholm) zum Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften
tagesschau 14:00 Uhr, 15.10.2012

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Die beiden Forscher arbeiten unabhängig voneinander. Der 60-jährige Roth lehrt an der Harvard Business School in Massachussetts. Der 89-jährige Shapley ist emeritierter Professor der Universität von Kalifornien.

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft gehört nicht zu den klassischen Nobelpreisen. Er wurde erst 1968 von der Schwedischen Notenbank zur Erinnerung an Alfred Nobel gestiftet und 1969 erstmals vergeben. Ursprünglich hatte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833- 1896) lediglich Preise in den Bereichen Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Frieden vorgesehen.

Der auch wegen der nachträglichen Stiftung umstrittene Wirtschaftspreis wird von der Nobel-Stiftung offiziell nicht als Nobelpreis eingestuft, sondern stets als "Preis der Reichsbank Schwedens für die ökonomische Wissenschaft zum Andenken an Alfred Nobel" von den traditionellen Nobelpreisen abgesetzt.

Seitdem hat die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie meist US-Ökonomen ausgezeichnet. Nur eine einzige Frau gehörte bisher zu den 69 Preisträgern. Als bislang einziger Deutscher wurde 1994 der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten ausgezeichnet. Alle Nobelpreise werden traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, überreicht.

Die Nobelpreise

Die Nobelpreise sollen nach dem Willen des Stifters Alfred Nobel alljährlich diejenigen erhalten, deren Leistungen in den Bereichen Chemie, Physik, Medizin, Literatur und bei der Völkerverständigung "der Menschheit den größten Nutzen gebracht" haben. Mit der Auszeichnung wollte der 1896 verstorbene schwedische Chemiker und Industrielle, der mit seiner Erfindung des Sprengstoffs Dynamit im Jahr 1867 zu Reichtum gelangt war, über seinen Tod hinaus Einsatz zugunsten der Mitmenschen fördern. 1968 stiftete die Schwedische Reichsbank im Einvernehmen mit der Nobel-Stiftung einen Preis für Wirtschaftswissenschaften, der 1969 erstmals verliehen wurde.

Überreicht werden die Nobelpreise alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters. Die Preise für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Wirtschaft werden in Stockholm vergeben. Den Friedenspreisträger bestimmt ein gewählter Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo. Jeder Nobelpreis war bislang mit zehn Millionen Kronen dotiert. Das Preisgeld wurde 2012 von der Nobelstiftung unter Hinweis auf die Finanzkrise allerdings um 20 Prozent auf acht Millionen Schwedische Kronen gekürzt. Die Preisträger erhalten eine Urkunde und eine Goldmedaille und werden zu einem festlichen Bankett geladen.

Stand: 15.10.2012 16:20 Uhr

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